Dezember 2017 Interview mit Micheal Rosenberger, Theologe

Was war als Kind Ihr Leibgericht, und wer hat es gekocht?

Ein Gericht meiner Großmutter mochte ich besonders gerne, im Fränkischen heißt das Weckschmarren. Dazu werden Brötchen in Milch weichgemacht, dann kommen kleingeschnittene Apfelscheiben dazu, ein Ei, etwas Zimt und Zucker. Das wird alles gemischt und in der Pfanne gebacken.

Ist das heute auch noch Ihr Leibgericht?

Ja, auch und viele andere. Ich habe 5 Jahre in Rom studiert, bin heute noch viel dort und habe mir einige Gerichte angeeignet.

Was essen Sie denn an Heilig Abend?

Unsere Familientradition ist es, am Heiligen Abend fränkische Bratwürste zu essen. Da ich nun in Österreich lebe, esse ich keine Bratwürste mehr, da die Bratwürste dort nicht so schmecken wie in Franken. Jetzt bereite ich mir zum Beispiel so etwas wie gebackenen Käse und Salat oder Gemüse zu.

Ist der Heilig Abend eigentlich ein vegetarischer Feiertag? Und wenn ja, warum?

Ursprünglich war der 24.12. ein Gedenktag für Adam und Eva, und da die beiden gesündigt hatten, haben wir an diesem Tag auch Buße getan. Bis zum Mittagessen wurde deswegen kein Fleisch gegessen.  Am Tag danach feiern wir die Ankunft des zweiten Adams, Christus; daraus wurde dann ein Feiertag. Heute gedenken wir Adam und Eva nicht mehr, das wurde mit dem 2. Vatikanischen Konzil abgeschafft. Heute sagt man, dass die Vorbereitung des Festes mit einfachen Speisen stattfinden soll, was die Vorbereitungen des Festmahls ganz praktisch erleichtert. Doch es ist keine kirchliche Vorschrift, an Heilig Abend auf Fleisch zu verzichten.

Warum verzichten Menschen an bestimmten Tagen auf bestimmtes Essen?

Fast in allen Kulturen dieser Welt wird gefastet und es wird der Verzicht auf Zeit geübt, weil das Alltägliche oft an Wert verliert. Da gibt es jährlich wiederkehrende Zeiten oder wöchentliche Tage, an denen wir verzichten. Wenn wir verzichten, rufen wir uns wieder ins Bewusstsein, was wichtig ist. Das was wir alltäglich haben, verliert an Wert.

Verzichten wir vor allem, wenn sowieso nicht so viele Lebensmittel verfügbar sind? 

Für das Christentum trifft das zu, weil das Christentum ja auf der Nordhalbkugel entstanden ist, und vor allem im März und April wenig Nahrung vorhanden war. Das hat man sich zu Nutze gemacht und dann in diesen Monaten gefastet.

Im Islam ist das anders, dort wird nach dem Mond gefastet, deswegen findet der Ramadan, der muslimische Fastenmonat, immer in verschiedenen Jahreszeiten statt. Zum Beispiel kann das auch im Hochsommer sein. Doch dann auf Wasser zu verzichten, finde ich, gesundheitlich bedenklich. Im frühen Christentum haben wir auch auf Wasser verzichtet, doch heute verzichten wir im Christentum nicht mehr auf Flüssigkeit.

Wieso steht Gemüse an einem Feiertag nicht im Mittelpunkt eines Festessens?

Ich persönlich feiere Feste auch mit vegetarischen Gerichten, weil es möglich ist, tolle vegetarische Gerichte zu kochen.

In einer vorindustriellen Kultur, war es viel schwieriger Fleisch zu produzieren, deswegen sprechen auch heute noch Agrarwissenschaftler von der Veredelung. Wir benutzen Pflanzen, die wir auch selber essen könnten, als Tiernahrung und eben somit, um Fleisch herzustellen.

Deswegen war in der Vergangenheit Fleisch immer teuer, was sich durch die heutige Herstellungsweise etwas nivelliert hat. In einer Gesellschaft, in der der Wohlstand zunimmt, nimmt auch der Fleischkonsum zu. Das sehen wir heute zum Beispiel in China, oder das war in Deutschland in den 50er Jahren so.

Das sind Kulturmuster, die heute gar nicht mehr so gelten. Heute kann man ja vegetarische Gerichte kochen, die viel teurer sein können.

Wir verzichten also mehr auf Fleisch oder nur bestimmte Gruppen?

Ja, vor allem die die mehr Geld haben, essen mittlerweile weniger Fleisch, weil wir es uns nicht mehr beweisen müssen, dass wir wohlhabend sind.

In den Sternerestaurants dieser Welt werden gerade seltene Pflanzensorten, die zum Beispiel nur an bestimmten Küstenregionen wachsen, verarbeitet. Ich war dieses Jahr an der Küste von Dorset und habe dort mit Kunden verschiedene Kräuter und Pflanzen gesammelt.

Ja, genau irgendeinen Seltenheitswert muss es haben, dass es interessant wird. Da kann ich Ihnen ein Buch von Pierre Bourdieu empfehlen, in dem er schreibt, dass der Mensch sich immer von anderen unterscheiden will. Und früher ging das mit Fleisch, heute machen es wohlhabende Menschen auf andere Weise.

(Anmerkung der Redaktion: „Die feinen Unterschiede“ ist der Titel des Hauptwerkes des französischen Soziologen Pierre Bourdieu (1930–2002))

Was gewinnen wir aus Ihrer Sicht, wenn wir unseren Fleischkonsum reduzieren?

In Deutschland sollten wir nur ca. ein Drittel oder Viertel so viel Fleisch konsumieren, wie wir es gerade tun. Das sind ungefähr 15kg im Jahr und gerade essen wir im Schnitt ca. 60kg.

Wir gewinnen ein besseres Gewissen, da der Fleischkonsum ja mit verantwortlich ist für den Welthunger. Eine Kalorie Fleisch sind mehrere Kalorien pflanzlicher Nahrung, die wir anderen Menschen wegnehmen. Ebenso trägt die Tierhaltung, man geht von zwischen 10-20% Anteil aus, zur Klimaveränderung bei.

Viele Jahre hat die Europäische Kommission versucht Prämien für ökologische Produktion und Landwirtschaft ins Leben zu rufen (und zwar keine Prämien nach Flächengröße wie es heute ist) dies wurde vor allem von Frankreich und Deutschland blockiert. Da haben wir eine starke Lobby, die Massentierhaltung unterstützt.

Wie kann man Ihrer Meinung nach Menschen motivieren weniger Fleisch zu essen?

Aus meiner Sicht gibt es drei Faktoren, die einen Einfluss haben auf unseren Fleischkonsum:

Am besten man kocht gute Gerichte vor und bringt diese auf den Tisch, das überzeugt am allermeisten. Und die Vielfalt der vegetarischen Gerichte wächst von Tag zu Tag.

Langfristig geht das am besten über Bildung und Erziehung:

Je gebildeter ein Mensch ist, desto weniger Fleisch isst er. Und man kann auch über die Erziehung Einfluss nehmen auf den Fleischkonsum: Männer, die in egalitären Familien großgezogen wurden, essen weniger Fleisch als Männer, die in Familien mit einer konservativen Rollenverteilung aufwuchsen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft in der Welt der Ernährung und Kulinarik?

Ich wünsche mir, dass Menschen dankbarer und gerechter genießen!

Lieber Herr Rosenberger, vielen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben, mir ein paar Fragen zu beantworten und ich wünsche Ihnen gesegnete Weihnachten.

Oktober 2017 Interview mit Vincent Klink, Koch

Was war als Kind Ihr Leibgericht? Und wer hat es gekocht?Am liebsten hab ich Kartoffelbrei mit einem Soßensee drin gegessen. Und den hat meine Mutter gekocht, die konnte sehr gut kochen.

Ist das heute auch noch ihr Leibgericht? Ja, das ist es nicht grad im Hochsommer (lacht), doch im Winter ja. Kartoffelbrei bestelle ich mir auch alle 3 Wochen mal hier bei uns in der Küche. Soße haben wir sowieso immer.

Wird der Kartoffelbrei bei Ihnen mit Butter gemacht? Ja, aber mit wenig Butter und wenn dann mit brauner Butter, weil die mehr Geschmack hat.

Wird der Brei mit Salz und Muskatnuss abgeschmeckt? Ganz normal und einfach mit einer guten Kartoffel.

Haben sich die Zutaten Ihrer Leibgerichte über die Jahre verändert, wie zum Beispiel in Ihrer Qualität, Geschmack oder Herstellung? Also ein guter Kartoffelbrei hat Seltenheitswert. Ich wüsste nicht, wo ich mal in einem Gasthof einen guten Kartoffelbrei gegessen hab, da ist mir der Brei oft zu klebrig und dann nehme ich lieber eine Salzkartoffel mit Butter. Nicht, dass ich wirklich viel in anderen Kneipen bin. Ein guter Kartoffelbrei muss frisch zubereitet werden. Sowieso werden Gemüse und Kartoffeln in der Gastronomie sehr stiefmütterlich behandelt.

Haben Sie das Gefühl, dass sich der Geschmack der Menschen über die Jahre verändert hat? Ja, der wird sehr vom Aussehen eines Gerichts bestimmt. Also was hässlich aussieht, schmeckt automatisch nicht gut, wie z. B. Gulasch. Das ist eigentlich ein brauner Haufen, wenn es gut gegart ist. Da haben die Food-Fotografen uns nicht gerade geholfen.

Wie kann man Geschmack schulen? Geht das überhaupt? Ja, das hat was mit Verstand zu tun. Auf der einen Seite interessieren sich Menschen stark für gutes Essen, doch auf der anderen Seite gibt es Menschen, die so schlecht essen, wie es früher gar nicht möglich war. Mir machen die vielen jungen Menschen Hoffnung, da gibt es viele, die sich für gutes Essen interessieren.

Stimmt es ihrer Meinung nach, dass immer weniger Menschen zu Hause kochen, oft wird das ja in den Medien gesagt? Die Menschen essen unter der Woche eher auswärts, weil unsere Arbeitswelt kaum Zeit lässt für gutes Essen. Zum Glück gibt es gute Kantinen und viele nehmen sich am Wochenende Zeit fürs Kochen. Die Mutter, die jeden Tag zu Hause ist und kochen muss, gibt es kaum noch. Auch viele Männer fangen an zu kochen. Das sind alles positive Entwicklungen.

Wie kann man Ihrer Meinung nach Menschen motivieren zu Hause zu kochen? Haben Sie da konkrete Tipps? Man sollte zu einem guten Metzger gehen oder auf den Markt, da bekommt man automatisch Lust zu kochen. Man braucht von außen Inspirationen, dann will man auch das selber ausprobieren. Wir haben eine Bevölkerung von ca. 84 Mio. und ich denke davon ist es 10 Mio. wichtig gut zu essen. Diesen Menschen ist es wichtig, dass sie wissen, dass sie durch ihre Ernährung eine höhere Lebenserwartung und insgesamt ein besseres Leben haben.

Ich habe gerade schon ein bisschen das Gefühl, dass die Phase der Selbstoptimierer wieder ein wenig umschlägt und man verachtete Kohlenhydrate wiederentdeckt und merkt, dass man Superfoods nicht braucht, um sich gesund zu ernähren. Was bleibt für Sie kulinarisch immer gut – unabhängig von jedem Trend? Man sollte nichts Essen, was die Großmutter nicht als Essen erkennen würde. Also so ein Smoothie im Dösle sollte man lieber nicht kaufen, da versucht man uns nur das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Viele Menschen sagen, dass sich unsere Nahrung verändert hat, zum Beispiel durch chemischen Dünger. Die Ware gibt es noch, man muss sie nur finden. Im Supermarkt gibt es sie nicht. Und dass Essen zu teuer ist, lasse ich nicht gelten. Es gibt Menschen, die haben 3 Autos und sparen beim Frühstücksei. Alle Konsumgüter kaufen oder leasen wollen und auch noch gut essen ist für viele nicht möglich, da muss man sich eben entscheiden, was einem wichtig ist.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Ernährung? Dass man aufhört darüber zu reden, wie viel etwas kostet. Die Leute vergessen, dass mit dem Essen auch die Menschen, die es anbauen und zubereiten, bezahlt werden müssen.

Lieber Herr Klink, vielen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben, mir ein paar Fragen zu beantworten.

Mai 2017 Interview mit Jana, Gründerin des Botanschen Salons

Jana, was ist Dein Lieblingsessen?

Üppige, frische grüne Salate, dazu Meeresgemüse.

Womit beschäftigst Du Dich beruflich?

Wohlbefinden auf allen Ebenen. Beste Gesundheit für den gesamten Organismus. Ernährung, Detox, Zellversorgung, Inneres Milieu, unser Ursprung im Meer. Und als Künstlerin in der Musik.

Welchen Einfluss hat die Natur auf Deine Arbeit?

Die absolute Grundlage. Wir sind Natur. Naturgesetze sind die einzige Handlungsgrundlage die funktioniert und die nicht manipuliert werden kann. Die Herausforderung heutzutage besteht darin, sie zu erkennen, ihnen zu vertrauen und den Dingen dahingehend ihren Lauf zu lassen. Ein für uns unfassbar intelligentes System – und:  Die Natur ist immer optimistisch.

Sind Dir dabei Veränderungen aufgefallen?

Ja, immer mehr Menschen erkennen dies für sich und die Bewegung wächst exponentiell!

Was wünschst Du Dir für die Zukunft?

Offene, glückliche, gelassen, heitere Menschen, die ihr Leben so leben, wie es sie glücklich macht und in der Fülle der Natur die Köstlichkeiten entdecken und schätzen, die ihnen dieses Leben bringt.

Hast Du für uns 1-2 Tipps für den Alltag? Was können wir tun, damit wir weiterhin gesund leben und essen können?

Natürlich essen und dabei das Meer integrieren – die Ur-Matrix des Lebens.

Herausfinden was einem im Leben begeistert und dies leben. Den Fokus auf das was sein soll, dann fließt die Energie auch dorthin. Viele machen es umgekehrt, aber wir haben es hier mit einem  Naturgesetz zu tun – nicht manipulierbar – die Energie fließt dahin, wohin wir sie richten. Nur diese kleine Veränderung hätte enorm positive Folgen für die Gesellschaft. Think about it.

April 2017 Interview mit Hans, Koch und Foodfotograf (SZ-Magazin)

Lieber Hans, was ist Dein Lieblingsessen?

Spaghetti mit Tomatensauce – die kann sehr variabel sein. Hauptsache die Tomaten kommen aus dem Garten.

Womit beschäftigst Du Dich beruflich?

Früher war ich Profikoch in sehr guten Restaurants, heute arbeite ich hauptsächlich als Foodfotograf und Rezeptautor. Außerdem schreibe ich über Kochen und Essen. Egal welcher Aspekt meines Berufes gerade im Vordergrund steht – es geht mir immer darum ein tieferes Verständnis für die grundlegenden Aspekte des Kochens zu entwickeln und auch an meine Leser weiterzugeben.

Welchen Einfluss hat die Natur auf Deine Arbeit?

Wer die Möhre anbaut hat mindestens genauso viel Einfluss auf das fertige Essen, wie der Koch der sie zubereitet. Es beschäftigt mich also sehr, woher Lebensmittel kommen und wie sie hergestellt werden. Mein Gemüsegarten kommt im Alltag oft zu kurz, aber ein bisschen was wächst dort immer.

Sind Dir dabei Veränderungen aufgefallen?

Als junger Koch war ich am liebsten Poissonier, habe also Fische und Fischsaucen zubereitet – heute finde ich es sehr schwierig Fische zu finden, die entweder sauber gezüchtet werden oder wirklich naturschonend gefischt werden. Bei erstklassigem Fleisch ist der seltene und teure, dafür aber sinnvolle Einkauf schon wesentlich einfacher. Für schönes Gemüse gibt es an jeder Ecke gute Märkte oder Händler, die sich Mühe geben.

Was wünschst Du Dir für die Zukunft?

Weltfrieden?

Wir versuchen oft durch unser Einkaufsverhalten, die Welt der Nahrungsmittelproduktion zu verbessern. Das ist ein guter Anfang, aber wichtiger wäre die politische Arbeit für bessere Gesetze und Strukturen. Ich wünsche mir mehr Engagement in dieser Richtung – auch von mir selbst.

Hast Du für uns 1-2 Tipps für den Alltag? Was können wir tun/beitragen, damit wir weiterhin gesund leben und essen können?

Klar sollte nicht jeden Tag Schweinebraten und Mayonnaise auf dem Tisch stehen. Aber man kocht zuhause automatisch viel gesünder als Restaurantköche und Konzerne, die möglichst ökonomisch Geschmack simulieren wollen – das heißt in der Regel, mit viel Chemie oder viel Fett.

Deshalb ist der wichtigste aller Tipps: Koch selber, koch selber, koch selber! So oft wie möglich. Dann weißt du was drin ist im Essen, viel kann nicht mehr schiefgehen, der Rest ist Feintuning.

Mehr Infos unter: sz.de/magazin/probierdochmal

Koch selber

Februar 2017 Interview mit Amelie, heyqnut

Liebe Amelie, was ist Dein Lieblingsessen? 

Frische, Französische Küche jeglicher Art.

Womit beschäftigst Du Dich beruflich? 

Nüssen

Welchen Einfluss hat die Natur auf Deine Arbeit? 

Die Natur ist die wichtigste Grundlage für meine Arbeit.

Sind Dir dabei Veränderungen aufgefallen?

Das Bewusstsein für die natürliche Ernährung hat sich verbessert. Die Menschen möchten wieder wissen was sie essen und hinterfragen woher es kommt.

Was wünschst Du Dir für die Zukunft? 

Das die Menschen sich möglichst frisch, regional und ohne Zusatzstoffe ernähren als Alternative zum reichhaltigen industriellen Angebot.

Hast Du für uns 1-2 Tipps für den Alltag? Was können wir tun/beitragen, damit wir weiterhin gesund leben und essen können? 

Auf Wochenmärkte gehen und saisonal Inspiration sammeln.  Hippe Food Blogs liefern außerdem gute Ideen für unkomplizierte Gerichte die sich in den Alltag integrieren lassen.

Mehr Infos unter: http://www.heyqnut.com/

Februar 2017 Interview mit Susann, Origo Foodtrips

Liebe Susann, was ißt Du gerne?

Pink Noodles – ein von mir selbst kreiertes Essen aus Rote Beete-Sellerie-Apfel-Gemüse auf Spirellis mit einem Feta-Feldsalat-Topping

Womit beschäftigst Du Dich beruflich?

Für mich steht seit circa 12 Jahren fest, dass ich mich ganz grundlegend mit unseren Lebensmitteln verschiedenster Art beschäftigen möchte. Ich machte daraufhin ganz klassisch eine Ausbildung zur Diätassistentin und studierte danach Ernährungswissenschaften. Ausprobiert habe ich mich in der Ernährungsberatung, der Lebensmittelpromotion und der Aufklärung durch Bildungsprojekte für Kinder bezüglich unserer Lebensmittel. Doch keine der genannten Ausbildungswege und Arbeitsorte konnten mein Fable und meine Passion für die Vermittlung von handwerklich hergestellten Hofprodukten wirklich bedienen. Aus diesem Grund entschied ich mich seit 2016 für das Kreieren meines eigenen, auf mich direkt zugeschnittenem Arbeitsplatzes und biete nun mit meinem Projekt ORIGO FOODTRIPS Entdeckungen für Lebensmittelinteressierte Menschen zu regionalem Lebensmittelhandwerk an. Hier in den Regionen lernen sie, was es bedeutet einen Bauern zu kennen, wie er lebt, was sein Hofprodukt ausmacht, wie aufwendig die Herstellung dessen ist und welchen Wert ein solches Produkt wirklich hat. Jeder Teilnehmer kann selbst seinen eigenen Foodtrip machen und Honig, Käse, Fisch, Brot oder sein eigenes Öl herstellen. Für mich ist das direkte und nachhaltige Verbraucheraufklärung an der Basis. Ich möchte zusammenführen und verbinden.

Welchen Einfluss hat die Natur auf Deine Arbeit?

Einen sehr entscheidenden! Ich bin auf dem Land aufgewachsen und später in den Städten umhergeirrt, bis ich ganz tief in mir dem Bedürfnis nach Naturverbundenheit begegnet bin. Ich habe erkannt, dass alles was wir sind und was uns leitet direkt aus der Natur kommt. Wir sind ein Teil von ihr und damit sehr stark mit ihr verbunden. Ohne diese Schönheit um mich herum kann ich einfach nicht leben, nicht atmen, nicht kreativ sein und nicht gesund bleiben. Die Natur ist meine Quelle, auch für Energie. Kein Wunder also, dass ich mich mit Naturprodukten auseinandersetzen möchte. Für mich sind sie die Zukunft.

Sind Dir dabei Veränderungen aufgefallen?

Als ich mich direkt der Natur hingab, inmitten dieser wohne, bin ich freier geworden. Ich habe mich fokussieren können, mich leichter gefühlt und bin viel entspannter geworden. Man bemerkt, dass man eigentlich gar nicht so viel braucht um glücklich leben zu können, man entscheidet sich bewusster für die Dinge, auch im Konsum.

Was wünscht Du Dir für die Zukunft?

Die Förderung naturnaher, klein bäuerlicher Landwirtschaft spielen für alle Beteiligten und meine Arbeit eine tragende Rolle. Aber auch ein Bewusstsein für Gemeinschaft, für das aufrichtige Entdecken seiner selbst wünsche ich mir.

 Hast Du für uns 1-2 Tipps für den Alltag? Was können wir tun, damit wir weiterhin gesund leben und essen werden?

 Tipp 1: Jeden Tag (auch bei Regen und im Winter) draußen in der Natur mindestens 1 h verbringen – ob spazieren, laufen, Radfahren, sitzen, baden oder tanzen, völlig egal, Hauptsache raus! + Sensibilisiere dich für deinen Körper, er wird dir sagen, was ihm gut tut und was nicht!

Tipp 2: Schau auf dein Essen! Schau mal genau hin und hinterfrage dessen Herkunft. Besuch einen Bauernhof, lerne die Bauern deiner Umgebung kennen und trete mit ihnen in Kontakt. Der Austausch über unser Essen ist die Voraussetzung für künftige Entscheidungen im Lebensmittelkonsum und damit für das Gemeinwohl und der Gesundheit eines jeden.

Mehr Infos unter: www.origofoodtrips.com/

Dezember 2016 Interview mit Massimo, Tartufo del Re

Dezember 2016 Interview mit Marion, Biosphäre

November 2016 Interview mit Natascha, Winterfeldt Schokolade

Die Besitzerin und Gründerin, Natascha, hat einen der schönsten Läden in Schöneberg. Zwischen alten Apothekenschränken aus dunklem Holz, liegen ungeheure Schätze aus Kakao.

Natascha wurde die Liebe zum Essen in ihrem Heimatland Frankreich mit in die Wiege gelegt. Sie erzählt uns, wie selbstverständlich es ist, dass eine Familie dort zum Abendessen oft gut 2 Stunden am Tisch sitzt und das selbstgekochte Essen zelebriert. Ja, mit einer kalten Vesperplatte, wie bei uns, ist das nicht ganz so gut möglich. Doch sofort sehnen wir uns an einen Tisch mit vielen Menschen, die gerne zusammen essen und reden.

Obwohl sie viel arbeitet, wird bei Natascha zu Hause jeden Tag gekocht, und dies mit Hilfe eines Wochenplans, der dabei hilft, dass man sich nicht immer Gedanken darum machen muss, was gekocht und eingekauft werden soll. Alles steht schon da und muss nur noch gekocht werden. Den Bedürfnissen der Kinder ist ein Tag mit Pizza und einer mit Pasta geschuldet.

So wird bei ihr zu Hause lecker gegessen und gleichzeitig wenig oder gar nichts weggeschmissen, da ja kein Produkt umsonst eingekauft wurde.

Das ist ihr kleiner Beitrag für eine gesunde und nachhaltige Ernährung, und sie wünscht sich, dass mehr Menschen fair gehandelte Schokolade essen und dafür dann auch mal auf die Supermarktschokolade verzichten.

http://www.winterfeldt-schokoladen.de/